London mit Hindernissen

Fliegen mit Cirrus 

Eigentlich fing der Tag ganz normal an. Es war Freitag, aber nicht der 13. Was den Tag und das Wochenende aber nicht störte solch einen Verlauf zu nehmen ;-)

Es begann mit meiner Prüfung in Recht, die aber eigentlich ganz gut verlief - hoffe ich. Die Ergebnisse bekommen wir ja als Osterüberraschung ;-) Aber ich habe schon mal ein gutes Gefühl, was ich sonst nie hatte. Also schnell von 13:00 bis 14:30 Uhr (wo andere Feierabend haben) die Prüfung geschrieben und dann ab zum Flughafen Halle/ Leipzig und das erste mal mit der neuen Cirrus Airline zu fliegen. Sehr günstig für 147 EURO. Ok, Ryainair ist billiger, aber da hätte ich wieder nach Frankfurt fliegen müssen und es käme bei DEN Spritpreisen auf das Selbe raus. Und hier fliege ich direkt durch nach London Stansted :-) Soweit war der Tag ja schon mal perfekt und was sollte da noch schief gehen ;-)

Netterweise haben mich meine Eltern zum Flughafen gefahren und sogar ohne mir Moralpredigten, über so oft nach London fliegen, zu halten. Wir also angekommen, in die Flughalle gestürmt... und..... Check-in-Stop für meinen Flug. Na prima, Schneechaos in London. Keine Landungen in Stansted. Warum muß das immer mich erwischen. Diesmal streiken sie nicht. Das heißt nicht in Halle. Aber dafür hat London Schnee, seit Jahren mal wieder und ausgerechnet an unserem Wochenende... grrrr. Zum Glück hat es sich dann doch zum Guten entwickelt und unser Flug ging sogar noch pünktlich los.

Und zu Cirrus kann man nur sagen: GENIAL!!! oder A++. Ich war mehr als zufrieden. Das Boarding ging schnell, die Maschine war sauber. Das Personal war sehr freundlich. Man bekam ein gutes Abendbrot und genug zu trinken. Ich war begeistert. Das gab es ja schon lange nicht mehr. Selbst bei Lufthansa lässt da manchmal einiges zu wünschen übrig. Und dabei ist Cirrus ein Ableger von Lufthansa. Das war auch nicht nur eine Eintagsfliege, denn der Rückflug war genauso perfekt. Vielen Dank an Cirrus. Ich wünsche Euch noch allzeit guten und sicheren Flug und hoffe, daß Ihr uns lange erhalten bleibt. ...und ich hoffe Ihr verzeiht mir, daß ich mir die Bilder von Eurer Homepage geliehen habe.

Ankunft in London

Nach ca. 90 min sind wir dann auch heil und sicher gelandet. Ich war glücklich, als ich die wunderschönen Lichter von London aus dem Flugzeug sah und dachte - geschafft, endlich wieder hier! Jetzt kann nichts mehr schief gehen.

Somit frisch und munter und voller Elan raus aus dem Flieger, Gepäck geholt (was sogar schneller da war als ich?!?) und SMS an Uli & Freundin geschickt, die ja auch gleich von Frankfurt ankommen müssten: "Hallo! Ich bin da. Wo seit Ihr?" SMS kam zurück: "In Frankfurt - wir haben eine Stunde Verspätung.!" Aaaaahhh - ha. Gut, eine Stunde - ok, dann setze ich mich mal draußen in die Flughalle und beobachte die Leute. Ich habe kein Problem damit, finde das sehr interessant.... Das nächste Mal nehme ich vorsichtshalber ein Buch mit.

So nach einer viertel Stunde sitzen kam ich auf die Idee schon mal die Bustickets für London City zu kaufen. Dann bräuchten wir nachher nicht so lange anzustehen. Ich verlass meinen heißbegehrten Platz und suchte die Schlange.... und ich brauchte nicht lange zu suchen. Sie war überdeutlich.... überdeutlich LANG! Sie verlief von der rechten Seite der Flughalle bis zur linken Seite der Flughalle. Wer Stansted kennt, weiß wovon ich spreche <schwitz>. Und es kam noch dicker. Die Schlange war nicht für den Bus oder für den Express, nein, die fuhren wegen dem Schneechaos?!? in London nicht. Die Schlange wartete auf Taxis. Na wunderbar, gut, daß wir zu dritt sein werden, dann wird das nicht ganz so teuer. Also stand ich jetzt in der Taxischlange und beobachtete die Leute wie sie mit einem Lächeln auf den Lippen den Zoll verließen, welches sofort, als sie die Schlange erblickten gefror ;-) - keine Sorge, sie haben noch Glück, sie sind schon die Nummer 2010 ;-) ... schade, daß ich diesmal keinen Fotoapparat mit hatte :-( Die Blicke waren wirklich köstlich.

Nach ungefähr 1 1/2 Stunden und 500 Meter trudelten auch die Frankfurter ein. Mit dem selben Blick wie alle anderen, nur daß sie jetzt nicht mehr warten mussten. Mit der Weile stand ich nämlich vorn.

Die einstündige Taxifahrt war sehr erholsam - für uns. Der Fahrer hatte schon 9 Stunden hinter sich und war nicht sehr erbaut, daß er jetzt noch mal nach London mußte. Seine Company bekam allerdings 80 Pfund von uns dafür. Aber er war ein freundlicher Bursche und wir gaben ihm dann auch noch 3 Pfund Trinkgeld um seine Stimmung ein bißchen aufzubessern.

Ich denke, es war so gegen 23:00 Uhr als wir endlich in unserem Appartement ankamen. Und bei Hapimag hat alles geklappt. Die Schweizer sind eben sehr professionell und genau. Wir bekamen den Schlüssel zu unserer Wohnung ohne Probleme. Es war sogar die selbe, wie beim letzten Mal. Und wir fühlten uns sofort heimisch. Geschafft - und morgen machen wir London unsicher ;-)

Spuckende Stars

– oder warum die ersten 2 Reihen von Tempo gesponsert werden. (Hier habe ich Uli mal weiter schreiben lassen, weil ich ja noch das nächste Kapitel vor mir haben)

Nachdem wir die ersten Hindernisse überwunden hatten, haben wir uns am Samstag Abend wieder mal für’s Theater schick gemacht. Wir hatten ursprünglich die letzte Vorstellung von Macbeth gebucht, nur leider (oder Gott sei Dank) hat man sich entschlossen, dass Stück zu verlängern.

Der Abend fing schon gut an, weil ich (Uli) mit meinem Asthma zu tun hatte – wir uns aber mit dem London Theater Club verabredet hatten, uns vor dem Theater im "Café Aroma" zu treffen. Nun, wir dachten uns nicht viel dabei – die Adresse war St. Martin’s Lane (da ist auch das Theater), aber es ist nicht alles so einfach, wie es schein, schon gar nicht an diesem unseligen Wochenende! Wir haben uns in ein Taxi geschmissen, weil ich mir die Luft für später sparen wollte und haben zuerst die Theaterkarten abgeholt. Soweit lief alles noch mittelprächtig. Dann machten wir uns auf den Gewaltmarsch, der uns rauf und runter, runter und rauf und wieder rauf und runter führte. Wir fragten diverse Leute, auch im Theater – jeder schien das Café Aroma zu kennen, nur wir haben es nicht gefunden. Nach einer guten Stunde hing ich (Uli), dann sprichwörtlich an einer Laterne und japste nach Luft. Meine Weigerung war zu verstehen – ich wollte nur noch in irgendein Café, Luft, ins Theater und dann wieder ins Bett. Also haben wir uns in ein Cafe Uno gesetzt und sind dann nach einen kurzen Essen ins Theater – wir hatten ja keine Ahnung, WAS uns da erwartete...

Um endlich mal was zu sehen und etwaigen Schwindelanfällen auf dem Balkon zu entrinnen, haben wir es uns diesmal im "Stall" (zu Deutsch Sperrsitz) gemütlich gemacht und zwar in der Reihe B. Die Aussicht war super – nur im Kino würde man für diese Plätze nur die Hälfte zahlen, weil die Genickstarre bestimmt nicht auf sich warten lies. Wir waren ja noch nicht oft im Theater, aber dieses mal hatten wir die Befürchtung, dass wir auf dem Lesbenkongress gelandet sind. Also Sean Bean hat wohl eine sehr große Anziehungskraft auf Frauen ;-), die sich bestimmt NICHT für Shakespeare interessieren. Ich wette, er hätte das Londoner Telefonbuch mit dem gleichen Erfolg vorlesen können Neben uns saß eine sehr gesprächige Dame aus Australien, die in England wohnt. Sie gab uns ganz stolz zu verstehen, dass sie an diesem Abend das 6. Mal dabei sei.. Oh, Gott! Mir reichte das 2. Mal! Jana jedenfalls war wieder einmal ganz Dame – hat gelächelt und sich die ganze Lebensgeschichte von Sean Bean erzählen lassen seufz – kaum zu glauben aber war! Verstanden hat Jana wohl nur die Hälfte grinst, aber wir hatten unseren Spass. (und die Hälfte hat auch vollkommen ausgereicht - jetzt kenne ich mich mit Sean Bean aus ;-)

Der Vorteil – ein Stück ein 2. Mal zu sehen – liegt bestimmt darin, dass man viel mehr versteht und vor allem auf den Schuss am Anfang gefasst war. Ich hatte also mein Spray in der Hand und versucht leise zu atmen und vor allem nicht bei den Monologen zu husten. Wäre bestimmt nicht gut gekommen: oben stirbt Macbeth und unten gebe ich den sterbenden Schwan ;-). Jana und ich waren begeistert! Irgendwie hatten wir den Eindruck, dass die Schauspieler mehr Gefühl und Leidenschaft zeigten, als beim Preview. (Es war perfekt und ich bin immer noch begeistert!!!! Den besten Shakespeare, den ich jeh gesehen habe...von den Beiden )

Was uns absolut entzückte, war die Tatsache, dass sich die Schauspieler auf der Bühne ganz schön angespuckt haben. Je heftiger die Szene wurde, um so mehr Spucke – GENIAL (um Jana zu zitieren). (Naja, als genial würde ich da nun nicht bezeichnen. Eher war es genial, daß wir nicht in der ersten Reihe saßen <grins>.) Allerdings hat sich die "Spuckerei" nicht nur auf die Bühne konzentriert, sondern auch auf das Publikum. Die Reihen AA und A können wir also nicht so empfehlen, außer sie sammeln Spucken von Schauspielern, die sie meistbietend auf EBAY versteigern.

Wer auch immer noch etwas Zeit hat und bis zum 01.03. nach London kommt, können wir Macbeth empfehlen. Wenn Sie ein Mann sind und Single, dann könnten Sie vielleicht Sean Bean noch den einen oder anderen Fan ausspannen – er wird es ihnen nicht übel nehmen grinst.

Nachdem es mir nicht so gut ging, wollten wir noch ein Taxi für die Heimfahrt entern, aber leider umsonst. Die Londoner Taxis rufen keinen Kollegen, am Leister Square waren alle besetzt und so blieb uns nur noch die U-Bahn! Hatten wir schon erwähnt, dass wegen des Streiks der Feuerwehr verschiedene U-Bahnhaltestellen nicht angefahren wurden, weil der Zugang nur über Aufzüge möglich ist? Nein? Naja, dann wissen Sie es jetzt und können sich vorstellen, was im UNDERGROUND los war! Wir konnten auch die übliche Haltestelle Lancaster Gate nicht ansteuern, sondern mussten ganz schön laufen und bei Baywater einsteigen.

Wir als runter und erst mal gegen eine Menge Leute gelaufen uff. (Hehehe, wie in alten Zeiten, als ich noch mit der Straßenbahn zur Arbeit gefahren bin - Die Ossis unter Euch, wissen, was ich meine ;-) Dann hatten wir kein Kleingeld mehr. Aber kein Problem! Es gibt ja Automaten, die nehmen Scheine. Also los auf die Kiste und Jana zückt den Schein... plob... die Message "closed". Brüll... das gibt es nicht! Also weiter gesucht und endlich einen Automaten gefunden, der uns das Scheinchen abnimmt und uns Fahrkarten ausgibt. Endlich – es ging gegen Apartment.

Sightseeing in London

Also nun doch ein paar Impressionen zu London selbst mit seinen tollen Sehenswürdigkeiten. Da ich das alles selber schon ganz gut kenne und langsam merke, daß es nicht mehr das Interessanteste für mich ist, wenn ich nach London fahre, wollte ich das Thema eigentlich weglassen. Aber nun hatten wir einen lieben "Gast" dabei und sie war noch nie in London und somit will ich Euch mal unsere Sightseeing Tour beschreiben. 

Los ging das Ganze ab Lancaster Gate, Nähe Marble Arch, weil da war ja unser Appartement. Diese Tour ist wirklich empfehlenswert, weil man bekommt alles Wichtige zu sehen. Aber vorher unbedingt ein Bus-Tagesticket (Bus Pass) kaufen, weil man das nach dem Gewaltmarsch sehr gut gebrauchen wird ;-) Das Busticket kosten 2 Pfund, was für ein Tagesticket ganz günstig ist. Eine normale Bustour Zone 1 kosten schon 1 Pfund. Das Tagesticket ist für Zone 1-4 und man kann aufspringen, wann immer man will - sehr praktisch. Da die meisten Tube Stationen sowieso gesperrt waren und die Centrale Line wegen dem Anschlag nicht fuhr, war ein Bus Pass die beste Lösung. Allerdings muß man da auch Zeit mitbringen, aber bekommt anstelle der 12 Pfund Sightseeing Tour eine 2 Pfündige ;-) Man kann sich nämlich durch ganz London kutschieren lassen ;-) Der London Underground ist auch nicht schlecht, aber teurer, allerdings ganz gut wenn man es eilig hat. Wir hatten Zeit genug :-) 

Somit durchquerten wir den Hyde Park und beobachteten die Squirrels :x . Manche sagen ja, daß sie schon zur Plage geworden sind, aber ich finde sie einfach niedlich. Am Liebsten möchte man eins mitnehmen - wären ja genug da ;-) Putzige Tierchen und sie kommen ganz dicht an einen heran um sich eine Nuss abzuholen. Also bitte nicht mit Toast ankommen. Das sind Feinschmecker dort ;-)

 

 

 

 

 

 

Der Hyde Park ist wunderschön und eine Menge Leute gehen spazieren.  Die Sonne schien an diesem Tag und wir fühlten uns wohl und alle Missgeschicke der letzten Stunden waren vergessen. Herrlich wieder hier zu sein.

Nach dem Hyde Park vorbei am Wellington Museum durchquerten wir den St. James Park mit Ziel Buckingham Palace. Mein "Gast" war beeindruckt, aber mir persönlich gefallen the Houses Of Parlament viel besser, aber die hatte sie bis jetzt ja noch nicht gesehen.

 

Nachdem wir eine halbe Stunde den Buckingham Palace bestaunt haben, ging es weiter zum Big Ben und Houses Of Parlament.

 

 

 

 

Vorher machten wir noch einen kleinen Abstecher zur Westminster Abbey. Lag ja auf dem Weg :-) Das hat sogar mich beeindruckt. Kaum waren wir dort begannen die Glocken zu schlagen. Herrlich!

Dann überquerten wir die Themse auf der Westminster Bridge und genehmigten uns erst mal in der Nähe vom London Eye eine Pause bei MacDonalds, was in England viel besser ist, als in Deutschland.

Diesmal hatten wir sogar Glück. Genau in der Zeit als wir gemütlich bei MacD unseren Kaffe schlürften, ging draußen ein Unwetter nieder und als wir weiter zogen, zog auch das Unwetter weiter :-) Unterwegs zur Tower Bridge mit Tower beobachteten wir noch ein paar Kids, die Stands mit ihren BMX-Bikes machten. Man traute sich ja kaum hinzusehen, aber es war einfach genial! Das mussten wir uns eine Weile anschauen und die Kids genossen es im Mittelpunkt zu stehen. Tolle Show!

Das Londoner Hafenviertel ist sehenswert überall Händler und verwinkelte Straßen mit tollen Gebäuden. Die Tour würde ich gern noch mal machen. Schon um mir das Prison anzusehen. Das lag auch auf unserem Weg, aber leider hatten wir nicht mehr viel Zeit und platte Füße. Somit weiter zur Tower Bridge.

DAS ist eine der schönsten Brücken, die ich kenne. Hier könnte ich stundenlang stehen. Sie gefällt mir viel besser als der Tower selbst. Schaut's Euch mal an, da kann man nicht viel beschreiben. Ich bin immer wieder beeindruckt.

Am Tower of London sind wir dann ganz erschöpft von der langen Tour, es waren wohl so ca. 15 km, in den Bus eingestiegen. Den Rest der Tour ließen wir uns schaufieren. 

Vorbei an The Monument, an der St. Pauls Cathedral über den Trafalgar Square an der Eros Statue vorbei entlang der Oxford Street und zurück zu unserem Appartement.

 

 

Missglückter Pub - Besuch

..... für heute hier erst mal Schluß - Fortsetzung folgt.....