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Schau' mer mal Tours
(by Uli - Jana's Kommentar: Ich durfte mich leider nicht einmischen ;-) Habe alles versucht - keine Chance! Darum ein paar Kommentare von mir zwischendurch <grins> kursiv in Klammern)
London 

2. November bis 13. November 2002

 EPILOG oder Vorstellung:

"Hallo... erst mal!" (langsam lesen, bitte) Wie schon von Jana auf der Webseite erwähnt, bin ich mal wieder für die flotten Worte zu den "langweiligen" Bildern zuständig. (...und ich habe mich wirklich angestrengt mit den Fotos. Ist sie nicht wieder nett zu mir?)
Also ich bin Uli – genau, diejenige, die immer mit darf, wenn es Jana mal wieder zu eng wird in ihrer Bude in Halle (6. Stockwerk! Schnauf, ächz, stöhn) und dann auch noch zum Schreiben verdonnert wird. Denkt an mich, wenn die Reiseberichte mal verfilmt werden. Genug – getratscht – jetzt geht’s los.

Rettich? OK. Bitte die Sitze in eine aufrechte Position bringen, Getränke und Snacks bereitstellen, denn unsere Stewardess ist auf Urlaub... und loooos geht’s:

Die Anreise – oder was Sie schon immer über Ryanair wissen wollten?

Ich wusste, warum ich eigentlich mit diesem Vogel NICHT fliegen wollte! Als Dame von Welt, bin ich von Lufthansi verwöhnt und welche Frau, kann schon für 14 Tage in LONDON eine Tasche mit mageren 15 Kilo packen? Im NOVEMBER!!!!! (schüttel) ICH nicht! Jedenfalls musste ich mein Gepäck mindestens 3 Mal (!) auspacken und wegstecken, weil es immer noch zuviel war. Die Instruktionen auf dem Email von Ryanair waren klar und deutlich – wer mehr als 15 Kilo mitschleppt, muss 4 EUR pro Kilo Übergewicht zahlen... Naja, dann habe ich schon mal gerechnet...

Ryanair Homepage

Meine Reise begann schon am 1.11. und ich flog von Frankfurt / Hahn weg. Frankfurt – naja – ist ca. 150 km weg... aber wenn die meinen, dass das immer noch Frankfurt ist? FFH konnte ich nicht mehr hören. Jana musste mal wieder am Freitag studieren, deshalb kam sie erst einen Tag später mit dem Rest der "tollen" Truppe. Und ich hatte Ruhe... und durfte den Kühlschrank anfüttern. (Na, war ich nicht wieder clever! Wir kamen, sahen... und ....  si..... und brauchten nur noch essen :-) Dickes Lob an Uli von hier aus noch einmal!!!)

Parkplatzsuche am Flughafen Hahn ist schon eine Geschichte für sich..., aber nachdem ich mein Auto im Schlamm abgestellt hatte und meine über 15 Kilo geschultert zum Terminal lief. Jana, hatte mal wieder himmlische Hilfe, denn am nächsten Tag, waren die Parkplätze mit Beton frei und ein Busfahrer hat sich angeboten, sie zum Terminal zu fahren.... Ja, Fitness ist eine Grundvoraussetzung, die man bei "Schau mer mal Tours" in jedem Fall mitbringen sollte... Wenn man schon drinnen steckt, hat es eh keinen Sinn mehr und schlapp machen, wird bei Admiral Jana erst dann akzeptiert, wenn man 8 Stunden Gewaltmarsch hinter sich gebracht hat.... J . (No comment... evil grins)

Den Terminal hätte ich beinahe übersehen – naja, der Flughafen Frankfurt ist erheblich größer... (ja, so sind sie die Frankfurter.... Wir hier am Flughafen Halle/ Leipzig sind es ja gewöhnt....Also ich habe den Flughafen sofort gefunden ;-) Endlich angekommen, wollte ich nur meine Tasche loswerden. Kostenpunkt: 24 EUR!! Die Spinnen wohl! Der Kommentar vom Personal: "Packen Sie doch was aus!" Wow – wohin denn! (Ok, sie war blond, das entschuldigt.). Jana hatte auch hier wieder himmlische Hilfe: mit dem gleichen Übergewicht – NICHTS bezahlt grrr. Jana ist begeistert von Ryanair und ich fliege wieder Lufthansa...! (Genau! Ich kann mich überhaupt nicht über Ryanair beschweren. Es lief alles BESTENS :-)

Also Boardingpass gab es eine "angeknabberte", schon etwas ältere Plastikkarte mit einer Nummer (aha... sehr interessant). Jana meint nur, dass würde die Regenwälder (hä?) schützen und Papier sparen... (sososo?) und als Mitarbeiterin von Dow Chemicals muss sie natürlich auch sagen, dass Plastikkarten das Geschäft beleben. (Zumindest, wenn sie aus PP, PET, LDPE oder HDPE sind :-)

Nach einer geringen Wartezeit ging es dann zum Flugzeug... Ehm, ja.... Wir sind dann auf das Flugfeld gelaufen (so was habe ich bis jetzt nur in der Karibik erlebt) und haben das Flugzeug gesucht. Da man ja keinen Platz zugewiesen hat, ging das Boarding sehr schnell, weil jeder einen Fensterplatz haben wollte. Die Innenausstattung hat mich sehr befremdet, da die Sitze aus mindestens 4 verschiedenen Flugtypen und Epochen stammten. Manche Sitze hatte 2 verschiedene Armlehnen und ich war Gottfroh, dass es doch nur 1 Stunde war. (Hmmmm... ist mir gar nicht aufgefallen. Nagut, allerdings habe ich auch mit meinen Freunden geschwatzt....und zwar so laut, daß die Stewardess uns zur Ruhe zwingen musste, damit der Rest der Passagiere die Sicherheitsregeln verstehen konnte....Oops... schäm....Ich fand und gar nicht so laut und außerdem kennt doch jeder das Zeugs!)

Ein kleiner Tipp am Rande: Essen sie vorher – weil bei Ryanair kostet es als würde man bei Witzigmann speisen und schmeckt wie bei McDonald’s. ( Also Uli, wer will denn bei der kurzen Flugzeit sich noch den Magen voll schlagen?!?) Man steht in Deutschland und im Flugzeug wird das Pfund verlangt. Nach einem kurzen Flug, der recht ereignislos verlieft – eine supertolle Landung....in Standstead.... (Flughafen – irgendwo in der "Nähe" (?) von London.

Nun haben wir mit Ryanair schon mal gespart, aber nun bleibt der Weg in die Stadt London. Also mit Tasche wieder losgezogen und nach dem AIRBUS gesucht, der einen für GBP 12,-- in die Stadt fährt (hin und zurück). 

       

Tja, und auch jetzt verließen mich die Engel, denn es fing an zu regnen (sch....önes Wetter in London). Im Bus Platz genommen – die Fahrer sind übrigens sehr nett und verstauen gestressten Damen schon mal das Gepäck – und los ging’s für die nächsten 2 Stunden (inkl. Stau, weil Freitag Nachmittag). (Da hat sie recht. Es war wirklich eine schöne gemütliche Tour durch halb England bis nach London - well organized!)

Endstation war Marble Arch in der Nähe der Oxford Street. Dann im Regen noch 30 Minuten durch die Stadt gelatscht. Ich war nass, mich hat gefroren und die sch...öne Stadt konnte mich mal... ICH wollte nur noch ins Warme und die Füße hochlegen.... Heathrow wäre einfach gewesen.. Ab in die Tube und am Lancaster Gate ausgestiegen, aber nein – WIR mussten sparen. 

    Jana und die anderen hatten mal wieder Glück – das Wetter war ok und sie waren klug genug, den Bus zu nehmen. Obwohl – klug? Busfahren in London ist spannend – Gepäck rein: ist eine Sache von Kraft und Schnelligkeit. Gepäck raus: eine Sache von Schnelligkeit, Mut und ein bisschen James Bond Manier... wenn man sich traut, den Bus in voller Fahrt zu verlassen, weil der Fahrer, der wohl 80 Jahre alt und total taub, das mehrmalige Klingeln und Rufen total ignoriert. Die Sache in London ist die: es gibt Bushaltestellen an denen er hält und solche an denen er nicht immer hält. Alles klar! Bei den letzteren muß man sich halt bemerkbar machen..., aber wie soll der Londonlaie das wissen, wenn er in der dunklen Nacht, sich auf den Bus begibt... und einfach nur froh ist, dass alles an Bord ist und man einen Platz für Gepäck, Körper und Beine gefunden hat. Jetzt wissen wir auch, warum Bösewichte und James Bond NIE den Bus nehmen. (Tja, das war schon ein schönes Abenteuer ;-) Aber deshalb liebe ich die Londoner Busse so. Alles geht zügig voran - keiner bummelt - wunderbar!!! LOL... denn wer bummelt muß laufen... allerdings ist man da manchmal schneller, wie wir später noch feststellen durften).

ENDLICH – ANGEKOMMEN: unser Appartement

Nachdem unsere Odyssee zu Ende war – meine war Gott sei Dank, zuerst zu Ende - bin ich nass und atemlos vor der Rezeptzionistin von HAPIMAG gestanden. Hier hatte ich für die nächsten 3 Nächte ein schnuckeliges Apartment reserviert. Das Gebäude war wunderschön und in der noblen Gegend von Notting Hill– gleich gegenüber vom Hyde Park gelegen.

Die "dicken" Autos links und rechts zeugen von eindeutigem Wohlstand der Bewohner. Ein paar Impressionen in Fotos... Ja, manche Engländer lieben ihre Autos so, dass sie sie mit Absicht falsch parken, damit die Polizei sie vor Diebstahl schütz... Hähä – auf so was muß man erst mal kommen (Kostenpunkt: GBP 80,--).

Nachdem ich wieder getrocknet war und sich das englische Wetter wieder etwas milder gestimmt hatte, bin ich losgezogen und habe mal was zu Essen besorgt und mir die ersten Eindrücke von Notting Hill verpasst. Ja, hier könnte ich bleiben, wenn mir jemand eine Wohnung zahlt. Jana übrigens auch... Sollte sich jetzt jemand daran erinnern, dass er zuviel Geld auf dem Konto hat, bitte bei Jana melden... wir nehmen gerne....

Mein Samstag war recht gemütlich: Muskelkater (miau) pflegen, Frühstücken, spazieren gehen, einkaufen und im Hydepark Engländer bestaunen, die Gegend nach Pubs auskundschaften und was man sonst noch so macht, wenn man alleine ist. Jedenfalls schien am Samstag die Sonne und ich war wieder versöhnt. 

Am Samstag Abend war dann auch die Bude richtig voll... 3 Frauen und 1 Kind im zarten Alter von 13 Jahren. Eine giftige Mischung, jedenfalls für die Nachbarn, die über und unter uns gewohnt hatten – denn wir hatten viel Spaß bis spät in die Nacht und unser Lachen war bestimmt noch im Buckingham Palace zu hören. Queeny muß neidisch gewesen sein.

Unser Apartment hatte ein Schlafzimmer, ein Wohn- und Esszimmer und ein Badezimmer. 

Der Blick auf die "Dächer" von Notting Hill war auch super. (Das muß ich auch sagen: Ich war BEGEISTERT!!!! und hätte sofort auf Lebenszeit dort einziehen können!)

Alle an Board! Das Abenteuer kann beginnen!

Den Sonntag ließen wir gemäß von "Schau mer mal Tours" recht gemütlich angehen. Duschen und Fönen dauerte ca. 5 Stunden – was glaubt Ihr, wie lange 3 Frauen und eine 13-jähre brauchen... das Frühstück haben wir nur so mal dazwischen geklemmt... Man(n) muß ja Zeit sparen – gelle?

Danach ging es gemütlich in die Stadt mit der Tube. Der London Underground ist sehr zu loben – gutes und übersichtliches Netz... nur die Preise!

Also wenn dieses Pfund nicht wäre (außerdem erinnert es mich immer an eine Wunder-Diät – ächz... was man so für Pfunde mit sich rumschleppen muß, die man allerdings razfaz wieder verliert – amazing!), dann würde man sich das auch leisten können.  Wir (Jana) haben beschlossen, dass wir uns Geld sparen und laufen.. und bei Erschöpfung den Bus nehmen, denn eine Tageskarte für den Bus kostet 2 Pfund. (Ihr könnt Euch sicherlich vorstellen, daß wir NIE erschöpft waren ;-)

 

Die Lustigen Weiber von Notting Hill (sorry Shakespeare ;-)... ) kamen dann auch im Westend an, wo die Theater und Kinos stehen. Leister Square wollten wir immer schon mal sehen – vor allem, weil Jana und ich uns auch etwas Kultur gönnen wollten und hier die "billigen Tickets" zu ergattern waren.

Wir also munter auf den Leister Square zugesteuert und voll in die Menschenmasse gelaufen. Huch, was ist hier den los? Kiddies und Erwachsene drängelten sich an der Absperrung entlang und sahen schon arg seltsam aus. Mit spitzen Hüten, Mänteln und Zauberstäben bewaffnet, harrten sie da aus. Fragen mussten wir auch nicht lange, weil überall Plakate rumhingen: Harry Potter Premiere! Ach so... und wir mal wieder mitten im Geschehen. Unsere "Kleine" war dann auch nicht mehr zu halten und wir quetschen uns mit den restlichen "Verrückten" an die Absperrung, um auch mal ein paar Prominente vor die Linse zu bekommen. Jana hat natürlich gleich die Kamera ausgepackt – claro! Immer Beweisfotos, sonst glaubt uns mal wieder keiner... Der eine wollte höflich Winken und Jana hat zum "richtigen" Zeitpunkt auf den Auslöser gedrückt...  Ihr dürft raten, wer das ist... ;-)... Wir wissen es – hahahaha... Ihr habt ja keine Ahnung, was es heißt Fan zu sein... wir jedenfalls standen halt auch im Regen... die Stars hatten Regenschirme – toll! Und WIR? Wir haben beschlossen, dass wir uns vorher besser informieren sollten.. jedenfalls haben wir halt einfach mitgejolt, wenn jemand auf dem Teppich erschien... Alles bekannte Engländer und keinen kannten wir... DOCH, einen haben wir erkannt... Alan Rickman..., das ist der Typ, der Bruce "mach-alles-kaputt" Willis gezeigt hat, wie man ein Hochhaus niederreißt... Jaja, der war aber ganz friedlich... Schauspieler sind halt auch nicht mehr dass, was sie mal waren grinst.

 

Nach 2 Stunden stehen und etlichen blauen Flecken an verschiedenen Körperteilen haben wir uns bei Burger King eingenistet und einen Snack zu uns genommen. Unsere "Kleine" hatte sich dann auch unglücklich in diesen Rupert Grint (Ron Weasley) verschaut und konnte sich leider nicht entscheiden, ob nun Daniel Radcliffe (Harry Potter) oder Rupert ihre Hand fürs Leben bekommt. Ja, in diesem Alter hat man noch Sorgen...*seufz* (...und ich liebe dieses Auto - ok, Ihr habt mich erwischt, das vom ollen Spion James wäre mir natürlich lieber ;-). 

Der Rest des Tages verlief dann doch relativ ereignislos, aber nicht ohne viel Gelächter und Gekicher. Angestachelt von dieser Begegnung mit den Celebreties (Berühmtheiten), wollten wir die auch in Notting Hill live erleben. Unser Ehrgeiz fand ein jähes, aber beschwingtes Ende in einem Pub. "The Rat & Parrott". Da die Engländer brave Leut‘ sind, gehen die Männer schon um 23.00 Uhr nach Hause... und wir haben leicht alkoholisiert zu Fuß unser Zuhause gesucht...

Was macht man 13 Tage in London?

Keine Angst, wir beschreiben jetzt nicht jeden einzelnen Tag, das wäre schon etwas mühsam und der Speicherplatz auf der Homepage ist beschränkt. Was haben wir denn nun so alles angestellt und zu Fuß erobert?

Die Sehenswürdigkeiten haben wir beim letzten Mal schon abgeklapptert, aber ein paar Bilder haben wir von diesem Trip noch übrig.

Wir hatten so richtig Lust auf Kultur und sind deshalb ins nächste Internetcafe gestolpert. Nein, nicht wegen der Tasse Kaffee und den netten, aber geldlosen Studenten... Wir haben uns an die Kiste geschmissen, um unsere Abende zu planen. Ja, Theater war die Devise... Ruckzuck hatten wir uns dann für "Macbeth" und "Afterplay" entschieden. Was eine kostspielige Sache war – uff, hat das gekostet. Macbeth kannten wir durch Shakespeare und Afterplay wurde uns empfohlen. (Buchen kann man prima über den Ticket Master - auch von Old Germany aus ;-)

Zusätzlich haben wir uns dann noch einen Kinoabend gegönnt, weil man ja schließlich durch die Premiere auf den Geschmack gekommen ist und der Film schon im "Preview" in mehreren Kinos gezeigt wurde.

Am Montag mussten wir dann unser kuscheliges Apartment gegen ein anderes austauschen, weil man bei HAPIMAG nur 3 Nächte für uns Platz hatte. Dieses Apartment war super.... Wir haben uns wie die Prominenten gefühlt: Zugang gab es nur mit Code. Wir hatten 2 Schlafzimmer, großes Wohnzimmer und die Küche war zwar schön "italienisch", aber gekocht hat da wohl keiner – bis wir gekommen sind! Das Bad war auch ganz herrlich. Unser Heim für die nächsten 10 Tage.. war einfach ein Traum, aber auch sündhaft teuer.... Frau gönnt sich ja sonst nix (weil immer auf Diät).

Jana war aufgrund der Nähe zum Hydepark jeden Morgen nicht zu halten – rein in die Schuhe und in den Jogginganzug und dann den Männern hinterhergelaufen. Sie nannte das Jogging – ich nenne das Jagen.... Um diese Uhrzeit drehe ich mich noch mal um und träume von George Clooney, das macht mehr Spaß... Bei Sonnenschein war sie länger unterwegs, aber bei Regen hatten wir sie nach 20 Minuten wieder... (bääääääääää ...... das ist nun mal fast der beste Platz zum Flirten in London. Auf der Straße sind die Londoner eher ein bisschen prüde, aber im Park - wow!)

Nun, was haben wir so alles gesehen – im Schnelldurchgang mit Fotos:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Photo später, wenn ich sie aus meiner Kamera herausbekommen habe... klopf, klopf....)

  (aus schon genannten Grund - Fotos später ;-)

( Fotos später... habe eine ganze Horde Squirrels fotografiert ;-)

(Die anderen Bilder veröffentlichen wir aus gutem Grund lieber nicht  - hicks)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Theater, Theater oder Bean there, done that!

Unsere Kulturprogramm verdient ein eigenes Kapitel.  

Zuerst haben wir uns Shakespeare gewidmet und zwar am 09.11.2002 bei einer Matinee um 14:15 Uhr. Schwieriger Zeitpunkt für Frauen, weil alles richtig koordiniert werden muss: joggen / aufstehen, duschen, frühstücken und dann die richtigen "Klamotten" raussuchen. Man will ja nicht in Sack und Asche ins Theater gehen, vor allem nicht, wenn man auf Sean Bean trifft. (Na kennt den hier jemand? Ich persönlich musste mich da erst mal aufklären lassen... Jedenfalls weiß ich jetzt, daß er Fußballfan ist....hmmmm... aber er spielt trotzdem gut Theater ;-)

Nachdem die Haare gefönt, das Make-up getrocknet war, sind wir fast pünktlich mit der Tube am Leister Square angekommen. Mit unserem wichtigsten Utensil, dem Stadtplan, haben wir dann auch das Albery Theatre gefunden und konnten unsere Karten pünktlich abholen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir ja noch nie ein englisches Theater von innen gesehen, aber wir waren tief beeindruckt und machten uns auf den Weg zum Aufstieg, denn wir hatten Balkon gebucht. Bis zum 2. Stock gab es Teppich auf der Treppe und danach... Naja, über die Architektur können wir ein anderes Mal reden. Am Balkon angekommen, wurde mir erst mal mächtig schwindelig und ich hatte echt Angst, die steile Treppe mit meinen hochhakigen Schuhen runterzulaufen. Das Theater war an sich kuschelig klein, aber der Balkon hing mächtig hoch. Also habe ich Jana vor mich hingeschoben, weil ich brauchte einen Punkt, auf den ich mich konzentrieren konnte. ( Tja, so ist das ohne Bergsteigererfahrung ;-) Nur gut, daß wir jedes Jahr in die Alpen zum 'Klettern' fahren. Da hat man schon das gewisse Feeling für soetwas - grins - Aber ehrlich, es ging sowas von steil runter.. uhhhh... Fotos dazu habe ich noch, die kommen später, wenn der Film entwickelt ist) 
Noch flugs ein Programm gekauft und dann den Platz gesucht und gefunden... Wir hatten uns in schlichtes schwarz geschmissen und fühlten uns etwas "overdressed". Jedenfalls scheint man in London am Samstag Nachmittag mal schnell nach dem Einkauf bei Harrods zu entscheiden: "Ich gehe jetzt mal ins Theater, um Macbeth zu sehen!" Ja, auch eine nette Einstellung. Aber muss man die Einkaufstüten mit ins Theater schleppen? Außerdem schien auch noch Familiennachmittag zu sein – arme Kinder! (Aber das Theater war bis zum Überlaufen voll!!! Darum haben wir ja auch nur noch Plätze auf dem Balcony ergattern können - Wahnsinn!!! Ich liebe englische Theater)

Endlich ging das Licht aus (ich war so froh, jetzt war mir jedenfalls nicht mehr übel) und dann... ein SCHUSS (Herzattacke!). Mensch, jedes anständige Theater hat einen Gong – NEIN, die müssen schießen... Leider kann ich jetzt über das Stück nur soviel sagen, als dass es uns sehr gut gefallen hat. Sean Bean sah gut aus, Samantha Bond war als Lady Macbeth hintertrieben und wurde wie der Göttergatte zum Schluss verrückt. Beide sterben – Vorhang und aus. Wir haben das Stück sehr genossen, wenn auch nicht viel verstanden. Muss an Shakespeare liegen – nicht an uns, oder? (da... Uli heute etwas schreibfaul ist, hier die Kurzfassung aus dem Programm, oder wie sie so schön sagen: Synopsis)

 

Als wir 2 ½ Stunden Macbeth (mit Pause) hinter uns gebracht haben, war das nächste Highlight unsere Theaterbesuches fällig. DIE STAGEDOOR. Was? Sie kennen keine Stagedoor? Beruhigen Sie sich, die kannte ich auch nicht, bis Jana mir vorauseilte und um die Ecke stürmte mit den Worten: "Die Schauspieler müssen ja irgendwo wieder rauskommen." (hahaha - Was Jana wieder alles weiß - grins) Naja, vielleicht gibt es in London Katakomben, von denen wir nicht wissen? Jedenfalls standen wir da und froren und warteten mit einer Gruppe von "Hühnern", die wohl unbedingt Sean Bean sehen wollten. Jana hatte sich fest vorgenommen, auf ihrem Programm eine Unterschrift verewigen zu lassen. Fragt sich nur, von wem? Nach 1 Stunde kamen dann die ersten Schauspieler raus, um sich schnell was zum Essen zu gönnen, weil ja immerhin noch eine Abendvorstellung gegeben werden musste. Jana schaffte es mit einem freundlichen Lächeln ein Autogramm von Samantha Bond und Mark Bazeley zu bekommen. (... und das war es Wert! Musste doch sehen, ob MacDuff das Massaker heil überstanden hat. Ja er hat....und sah guuuuut aus ;-)...und charmant... und schwärm....) Und Sean Bean? Well, Mr. Macbeth ist vorne raus - der hat gewusst, was hinten auf ihn wartet. Ein smarter Mann – der gefällt mir!

Unser erstes Theaterabenteuer endet also wie gehabt in einem Pub in Apartmentnähe.... mit viel Lachen und ein, zwei Lager....

Unser nächster Theatertermin stand schon fest und zwar am 12.11.2002 – dieses Mal "mondäne" Abendvorstellung, aber die selben Damen in schwarz. Wir hatten uns für den 2. Theaterbesuch "Afterplay" mit John Hurt und Penelope Wilton ausgesucht, das uns warm ans Herz gelegt wurde. Das Stück spielt in einem heruntergekommenen Cafe in Moskau. Hier treffen sich eine Frau und ein Mann und sprechen über die Vergangenheit. Natürlich lügt der Mann erst mal, was seinen Beruf und seine Familie angeht, aber je länger sie zusammen sitzen und reden, umso offener werden sie. Schade, dass es kein Happy End gibt, aber ich fand dieses Stück einfach wunderbar! Im Vergleich zu Macbeth weniger Action, aber sehr viel schöne Dialoge. Übrigens haben wir auch hier ein paar Spätshopper entdeckt... Also diese Briten haben doch einen Knacks, oder? Jedenfalls sind sie nicht so bieder, wie wir Deutschen, die immer geschniegelt im Theater sitzen. (Also das Stück war einfach GENIAL!!! Ich war begeistert und habe sogar alles verstanden - wirklich empfehlenswert --> A++ )

Nach der Erfahrung bei Macbeth und der fortgeschrittenen Zeit und weil noch ein, zwei Lager auf uns warteten, haben wir hier auf die Stagedoor verzichtet. Ich bin mir sicher, dass uns Mr. Hurt und Ms. Wilton verziehen haben.

 

 

Das Ende einer schönen Reise

Manchmal kann und will man es auch gar nicht fassen, aber die 13 Tage in London vergingen wie im Flug. Wir danken allen Wetterengeln, die gegen das britische Wetter gearbeitet haben. (Wir hatten wirklich tolles Wetter... Sonne, Sonne, Sonne, nur ab uns zu in der Frühe mal regen, aber da schläft Frau ja noch ;-)

Wir haben uns dann am 13.11. ganz schweren Herzen wieder aufgemacht und unsere Koffer zum Marble Arch geschleppt bzw. sind mit dem Bus gefahren und sehnsüchtig noch mal auf alles geblickt. Ja, London wir kommen wieder und dann gibt es wieder eine Menge zu erzählen. (Und ob wie wieder kommen...... Habe soeben beschlossen, daß London meine zweite Heimat wird ;-)

Jana und ich sind dann wieder in Frankfurt / Hahn gelandet. Im Flugzeug habe ich noch geseufzt, dass ich nicht mehr nach Hause will. Und das haben dann wohl die Engel da oben sehr ernst genommen. Während Jana ihr auf Beton geparktes Auto suchte, war ich auf dem Weg zum Parkplatz Nr. 5. Der seltsamerweise abgeschlossen war – nanu? Ich also durch die Absperrung und den ganzen weiten Weg nach vorne gelatscht, um mit offenen Kinnladen und weit aufgerissenen Augen auf einen Platz zu starren, der unter Flutlicht beleuchtet vor mir lag und auf dem sich mehrere Bulldozer zu schaffen machten. Wo war MEIN AUTO? Ich war mir sicher, dass ich ihn vor 13 Tagen da geparkt hatte.

Ich habe meine Tasche fallen lassen und habe mir einen Bauarbeiter geschnappt, der mir nur lapidar sagte, dass man die Autos umgeparkt hätte – nur wohin, könne er mich nicht sagen. Ich bin also dann mit Gepäck den ganzen weg wieder zurückgelaufen und habe die Polizeidienststelle aufgesucht. Hier hat man mir dann mitgeteilt, dass man mein Auto ca. 100 m Richtung Golfplatz umgeparkt hätte. Wow und wo ist der Golfplatz? ( Wie nobel! Die haben einen Golfplatz. Na da sag mal einer Ryanair wäre billig!)

Es hat mich eine Stunde gekostet, bis ich mein Auto wiederhatte und mich auf den Rückweg machen konnte. Ich kann Frankfurt / Hahn als Abenteuer-Flughafen wirklich warm empfehlen. Vielleicht wird es beim nächsten Mal besser. (Also ich fand Ryanair genial, leider nur ein bisschen weit weg von Halle :-( Aber unser Flughafen macht sich jetzt auch langsam. Wenn man GLÜCK hat bekommt man sogar einen Londonflug für 110 EUR mit dem Lufthansaableger Cirrus... Na wollen wir die Hoffnung nicht aufgeben... es wird...es wird... Hauptsache, ich erlebe das noch!)