Fitness oder fit nass?
(... kurzer Bericht von Uli ... und Anmerkungen "kursiv" vom Besitzer der Homepage ;-)

Liebe Freunde der leichten Unterhaltung – ja, ich bin’s mal wieder, die ständig Zum Vergrößern klicken (189 kb) überarbeitete und schreibfaule Sekretärin, aber getreue Reisegefährtin von Jana. (Ich will ja schließlich nicht, daß Du Dir den Hintern zu Hause platt sitzt, wo London doch soooo schön ist :-)

Nachdem ich Tage gebraucht habe, meine Knochen von diesem Urlaub zu sortieren und verzweifelt versucht habe, alles zu vergessen, damit ich keinen Bericht schreiben kann, gebe ich auf und sitze hier und ringe nach Worte.

Über Reise und diverse kulturelle Veranstaltungen hat sich Jana schon ausgelassen, deshalb übernehme ich den angenehmen und sportlichen Teil der Geschichte. 
Am Sonntag haben wir uns entschlossen, die Hampstead Heath zu erobern und ausgiebig zu erforschen. Zu Hilfe kam uns der supergünstige Spirallo Reiseführer – für schlappe EUR 4,95 sollte er uns den Weg weisen. 
Wie Sie sehen, haben wir uns Schritt für Schritt durcharbeiten können.

Phase eins des Abenteuers begann mit einer leichten Übung zum Aufwärmen: U-Bahnstation aufsuchen, Ticket kaufen und umsteigen in die Northern Line und dann gleich rauf bis Golders Green – es sollte ja ein Spaziergang werden. (Leider konnte ich Uli nicht zu dem 10 h Fußmarsch direkt von London City überreden.)

Jana hat nach dem Verlassen des dunklen Tunnels und beim freudigen Erblicken von Sonnenstrahlen und blauem Himmel sofort die Kamera gezückt <seufz>.
(Aber Uli, das war doch die erste Frühlingssonne. Die mußte einfach fotografiert werden!!!) Darf ich vorstellen – U-Bahnstation Golders Green und die Bushaltestelle von Golders Green vor der U-Bahnstation und das Gebäude ist – wen wird es erstaunen – „the Home of the BBC Concert Orchestra – da sind also die Musiker zuhause. Aha, sieht ungemütlich aus, aber wer braucht schon ein gemütliches Zuhause...? Hauptsache, die Instrumente stehen nicht im Regen rum – was gäbe das für ein Gezeter, wenn die Violine verzogen ist.. herrje!

Wir also bei strahlendem Sonntagswetter die Schritte 1-2 durchgelesen und dann schon mal den Bus 210 Richtung Kenwood House gesucht. Gar nicht so einfach, denn a) sind wir in England – wo alles in die falsche Richtung fährt – und b) gab es mächtig viel Auswahl. Aber wir haben in der Schule Englisch gelernt und mal einen Busfahrer gefragt. Also konnte es weiter gehen. Im Bus ging es dann am “Jack Straws Castle“ vorbei und das „Spaniard’s Inn“ habe ich auch gesehen (Jana ist leider Reisekrank und hat die Tablette zu spät geschluckt – deshalb fiel dieser Teil der Reise für sie flach). 

So sieht das dann aus, wenn man vom Eingang zum Kenwood House und zu den Hampstead Heath die Strasse fotografiert. Was haben wir gewartet – bis kein Auto, Radfahrer, Mutter & Kind und andere Spaziergänger uns die Aussicht blockierte. (jajaja, gib's mir nur).

Beim Kenwood House angekommen, haben wir uns gleich die erste kostenfreie Attraktion genehmigt – ein Rundgang im Haus und das Bestaunen der Gemälde. Ich beuge ja mein Haupt vor jedem dieser Maler – echt genial – wie Photos. 
Interessiert hat uns eigentlich eher der Vermeer – the guitar player (na ja eine Gitarrenspielerin). Zur Zeit, als wir in London waren, lief nämlich auch der Film „the Girl with the Pearl Earring“ mit Scarlett Johansson und Colin Firth, der eben den Maler Vermeer spielt. 
Wir können die Ausstellung in jedem Fall empfehlen! Wir haben jedenfalls so den ersten Regenguss überstanden und machten uns mit unserem Reiseleiter wieder weiter auf die Tour.
Der Weg führt durch den wundervollen Park von Kenwood House zu den Hampstead Heath. Hier hatten wir schon eine kleine Debatte – heißt es jetzt Krokusse oder Krokteen? (Wer’s weiß, bitte bei Jana melden!)
(tztztz... Uli DAS waren Osterglocken!) So liefen wir zusammen mit vielen Ausflüglern und Hunden und Kindern durchs Unterholz. Einfach herrlich! Können wir uneingeschränkt empfehlen! Das ist so weitläufig, da verlaufen sich auch die Engländer.
Wir haben mühelos alles Kreuzungen überstanden und sind immer brav der Beschreibung gefolgt – haben auch Boudicca’s Mound gesehen. Boudicca war die Königin der Incener und führte im 1. Jahrhundert v. Chr. Ihr Volk gegen die Römer. Lt. den Geschichtsbüchern hat es wohl über 70.000 Römern das Leben gekostet.
(Das war doch mal wieder eine Powerfrau! - und da sag noch mal einer früher gab es keine Emanzipation...)
Danach wollten wir noch den Parlament Hill erklimmen und einen wunderbaren Blick auf London erhaschen. Das Wetter war uns bis dahin noch hold und so sind wir den Berg raufgeschnauft – gut, gut – ich bin den Berg raufgeschnauft, weil Jana als ostdeutsche Berggämse das mit Leichtigkeit gemacht hat und ich als bayerische Talziege nicht so ganz mithalten konnte.
Der Blick war echt nicht schlecht – genial leider nicht, die dunklen Wolken hingen fast so tief, dass wir von London nichts mehr gesehen hätten
(tja, Uli, ich hatte noch Sonne) – nein, es war kein Nebel! Kann man auch empfehlen. Bis hier hin – Zum Vergrößern klicken (320 kb) und zwar nur bis hier hin – ging alles gut. Aber dann hat uns der Orientierungssinn, gepaart mit hallensischer Bockbeinigkeit (in Bayerisch genannt: Stierschädel) in die falsche Richtung geschickt. Ich meinte, dass wir uns am Parlament Hill nach rechts wenden müssten (stand auch da – in schönen Lettern – wenden Sie sich nach RECHTS - ), um dann die Hampstead Ponds 1 & 2 zu sehen. Jana hingegen hat nach links gezeigt und gemeint, da wären die beiden Seen ja und hat sich nicht abbringen lassen (Natürlich glaube ich nur an das, was ich sehe. Kann ja nix dafür, daß ich die beiden anderen Seen nicht gesehen habe...) 
Wenn Sie das erste Bild betrachten, werden Sie feststellen, dass unter der Schrift nämlich die besagten Seen verborgen waren und wir zuerst nur die beiden sichtbaren Seen gesehen haben und dass waren die falschen. Wir also losgelaufen und den Hügel runter, an den Seen vorbei – und glauben sie mir , wenn man (Frau) schon mal auf dem Holzweg ist und eine Beschreibung vor sich hat, dann kann man das alles so lesen, dass trotz des Gefühls falsch zu laufen – Frau immer noch der Meinung ist, auf dem richtigen Weg zu sein.
Wir jedenfalls waren mächtig auf dem Holzweg! Eigentlich wollten wir ja nach Hampstead und dort in einem Pub erst mal was essen und nach dem Marsch ein lauwarmes Bier trinken. Gelandet sind wir allerdings gegenüber von Hampstead – Herrgott, wie heißt das Nest... ah ja Highgate. Ja, sehr idyllisch – auch zu empfehlen. Gefunden haben wir auch ein neues Pub – wieder eins mehr in unserer Sammlung – es heißt „Flask“ – nebst Katze ein beschauliches Plätzchen – die Katze fand das auch. Hier haben wir Regenguss Nummer zwei überstanden. Jetzt weiß ich auch, warum es so viele Pubs gibt ;o). Zu finden aber nur, wenn Sie am Parlament Hill eben links gehen und nicht rechts und dann der Beschreibung im Führer so folgen, als würden Sie nach Hampstead gehen. Gaaaanz einfach! Gestärkt von ein paar Nüssen – denn ab 16:00 Uhr gibt’s nichts zu essen
(nur was für die Katze - oder wie das schöne Sprichwort schon sagt "alles für die Katz".) - und einem Pint, konnte ich mich durchsetzen und wir sind nun in die richtige Richtung gegangen, denn die Hampstead Ponds 1&2 sind durch ein kleines Wäldchen zu erreichen und vom Parlament Hill aus nicht zu sehen. Ach schau an! Jana hat um ein Bier gewettet – kicher – dass ich falsch liege. Ich hab’s mir schmecken lassen hicks. (<seufz>)
Freemasons ArmsWieder auf der richtigen Spur, haben wir aber dann trotzdem eine Abkürzung genommen und sind direkt in das nächste Pub – können wir auch empfehlen. Foto anbei – alles durch den Führer leicht zu finden. Jana muss noch den Namen ergänzen – ich bin mir nicht sicher – irgendetwas mit Goblin.
(nee Uli, das hieß Freemasons Arms - aber kleine Kobolde gibt's da bestimmt auch...vor allem, wenn man zuviel Bier beim Wetten gewinnt). Aber sehr schön, das Bier ist gut und zum Essen gab’s zur Abwechslung mal was Englisches. Wir haben sogar Mint Sauce probiert, was gar nicht so schlecht schmeckte. (Die war grandios! Ich hätte nie im Leben gedacht, daß das Zeug so gut schmeckt). Der Ausflug war dann so gegen 19:00 Uhr vorbei und wir beiden waren nicht nur etwas durchgefroren, sondern auch platt. Den Schlaf an diesem Abend haben wir uns redlich verdient.

Auf unserem Spaziergang zur U-Bahnstation Hampstead haben wir uns dann auch – bestärkt von einem Bier (oder waren es zwei?) unsere zukünftigen Domizile in Hampstead angesehen. Also, wenn jemand zufällig eine Million auf seinem Konto nutzlos rumliegen hat, wir wüssten da schon was damit anzufangen. Auch als Wohnort können wir Hampstead schwer empfehlen – wir ziehen da mal bestimmt hin, wenn wir alt und grau sind – gelle? Grau sind wir schon und alt werden wir von alleine – hahaha.

Shooooping Mädels!
Ja, ja – Janaaaaa wollte sich auch mal Harrods ansehen! Kann ich ohne reichen Mann und adäquat ausgestatteter Kreditkarte nicht empfehlen, aber zum Staunen, was sich die Reichen so leisten, ist es allemal wert und solange man die Finger von den teuren Sachen lässt, ist es auch kostenlos.
Hier eine schöne Frontalaufnahme – wie sie sehen, überraschte uns das Londoner Wetter mit einer neuen – noch unbekannten Variante: dem schlechten Wetter. Gut, es hat nicht geregnet – aber solche Tage nutzen auch die englischen Damen zum ausgiebigen Schoooooping...! Wer Harrods betritt, muss wissen, das die erste Verführung schon mal um die Ecke lauert. Nette Herren, die dir einen Führer in die Hand drücken, worauf einem angeboten wird, eine Harrods Kundenkarte zu erstehen, die Kreditkarte gibt es auch kostenlose – ohne Jahresgebühr. Und wer zahlt bitte schön die Ausgaben?
Wir haben uns fast alles angesehen – waren bei Dior Handtaschen bestauen, gingen bei Prada, Estee Lauder, Escada vorbei, als könnten wir es uns leisten.
(... und ich kenne jetzt auch die vielen schicken Designernamen - so als Ossi ist das irgendwie an mir vorbeigegangen...) Haben einen Hauch von Nichts für schlappe Pfund 700,-- Pfund berührt – wer auch immer da reinpasst – wir sind es nicht! Bei uns muss noch mal Stoff für weitere 700,-- Pfund dazugenäht werden <seufz> Bei den Abendkleidern wurden wir auch nicht in Versuchung geführt, denn auch hier wurde in einer Gewichtsklasse gespielt, die sogar das Papiergewicht unterbot und ganz eindeutig als Fliegengewicht klassifiziert werden kann. Wo wird eigentlich mal was für FRAUEN verkauft und nicht für hochgezüchtete Bonsais?

Nachdem wir Harrods hinter uns gelassen haben, ging es in die Oxford Street. Hier kann man ja von einem Laden in den nächsten fallen – das Geld ausgeben fällt hier schon etwas leichter. Bei Donna Karan hat es sich Jana trotzdem gespart. Hier haben wir es beim Nasenstübern mit dem Schaufenster belassen – sozusagen den Liebesgruß der Maori – jetzt weiß ich auch was die damit sagen wollen. (???)
Jana jedenfalls hat sich zum Valentinstag – also dem 14.02. ein Geschenk gemacht und zwar eine Handtasche – na ja, das müssen wir noch üben Jana – denn Valentinsgeschenke werden von Männern gemacht.
(Welche Männer? - Wo?) Zur Not tut es aber das eigene Geldbörschen auch.

Somit bin ich am Ende meiner Geschichte und hoffe, dass es Euch ein bisschen Anreiz ist, Euch auch mal in die Heath zu schlagen, auf Entdeckungsreise zu gehen und den Dschungel der Einkaufsmekkas von London zu erobern. (Uli, ich könnte sofort wieder hinfahren <seufz>).


Wo zur Hölle, war dass denn?
(Keine Ahnung Uli, daran kann ich mich auch nicht mehr erinnern. Ich habe hier nur den Frühling fotografiert. - Seht Ihr die hübschen kleinen Blüten am Baum?)